Die Bürger haben den Auftrag erteilt

Hövelmarkt 2020

13.02.2020 | Udo Neisens

Udo Neisens, der CDU-Fraktionschef, nimmt im Bau- und Umweltausschuss Stellung zu der Planungsgeschichte des Hövelmarktes und lobt die Bürgerbeteiligung. Im Vorfeld stellte auch Bürgermeister Michael Berens noch einmal die Aspekte der Bürgerbeteiligung dar und machte deutlich, dass auch die Auswahl des Pflasters durch die Bürger im Jahr 2013 so entschieden wurde.

Die Hövelhofer Rundschau berichtete im Juni 1984 über das „Neue neue Ortszentrum“. Es ging seinerzeit um die Sanierung des Epping-Geländes. Die damalige Wurstwarenfabrik samt Gaststätte war aufgegeben worden und die Hövelhofer Verwaltung und Politik packten gemeinsam an, einen neuen Ortsmittelpunkt zu schaffen. Man sprach von einem städtebaulichen Mißstand, der auch durch öffentliche Fördermittel beseitigt werden sollte. Bereits im November 1979 habe der Gemeinderat beschlossen, dieses Thema anzugehen. Insgesamt kostete die damalige Planung 2 Mio. DM, so der Bericht weiter, von denen die Gemeinde 400.000 DM beisteuerte.
Dabei wurde auch der heutige Platz, der als Dorfplatz konzipiert war, in seine heutige Form gegossen. Zweifelsfrei waren auch damals bereits viele Diskussionen über die Gestaltung des Platzes und seiner Gebäude geführt worden. Die geplante Verlagerung der Fa. ELHA war jedoch im Prozess aus Kostengründen gescheitert. Dort sollte eigentlich die Planung fortgesetzt werden.
 
Seit über 30 Jahren kennen wir den Hövelmarktplatz in seiner heutigen Gestalt. Als Dorfplatz mal konzipiert, haben sich die Hövelhofer Autofahrer rasch diesen Platz für ihre Belange als Parkfläche erobert. Über die Gestaltung war letztendlich niemand so richtig zufrieden. Ist er nun ein Dorfplatz? Dann fehlt dort Aufenthaltsqualität. Oder ist er ein Parkplatz? Dann fehlen die Markierungen. Und warum ist der Brunnen am Rand? Und warum trennt eine Kirchenmauer dörfliches und kirchliches Leben?

Zwischenzeitlich wurden im politischen Raum viele Ideen aufgeworfen. Eine Dorflinde könnte es sein, so die Junge Union. Auch Ideen, den Hövelmarktplatz  autofrei zu machen, wurde von anderen politischen Parteien regelmäßig vorgetragen. Aber was hätten wir dann? Zweifelsfrei keine Verbesserung der heutigen Situation sondern eine Pflasterwüste.

Frühere Ideen, den Wochenmarkt oder Volksfeste wie das Frühlingsfest auf diesem Platz durchzuführen wurden durch bessere Ideen ersetzt. Gleichwohl ist der Hövelmarktplatz auch für unser Volksfest Hövelmarkt einer der wichtigen Hot Spots.

Auch in den drei Bürgerwerkstätten für das Ortskernkonzept 2020 im Frühjahr 2011, an denen  mehr als 100 Personen teilnahmen, wurde der Hövelmarktplatz als einer der Orte identifiziert, die planerisch überarbeitet werden sollten.

Der Auftrag aus den Bürgerwerkstätten war es, sowohl Parkflächen vorzuhalten als auch einen Platz zu gewinnen, der eine Steigerung der Aufenthaltsqualität sicherstellt. Gleichzeitig sollte der neu zu gestaltende Platz weiterhin für das Volksfest nutzbar sein. Eine anspruchsvolle Aufgabe: Jedem gerecht zu werden ist herausfordernd.

Im Herbst 2018 wurden die ersten Pläne vorgestellt. Und unsere Fraktion war nicht zufrieden. Ich kann mich gut an unsere Fraktionssitzung auf dem Platz erinnern, wo wir vor Ort Autos hin- und hergefahren haben, um eine möglichst sinnvolle Aufteilung zwischen Aufenthaltsflächen und Parkflächen zu erarbeiten. So waren in der ersten Planung deutlich mehr Parkplätze vorgesehen. So waren in der ursprünglichen Planung Parkflächen im Eingangsbereich und Parkflächen auf Höhe der Gaststätte Einstein vorgesehen. Eine dieser Flächen war zuviel. Und wir haben in unserer Fraktion darüber diskutiert, welche Fläche entbehrlich sein könnte. Der Gedanke, die Sichtverhältnisse von der Allee zu verbessern hatte in unserer Fraktionsberatung knapp die Nase vorn.

Schon im November 2018 haben wir daher folgendes erklärt:

Die CDU hat darüber hinaus vorgeschlagen, vor der Umsetzung eine geeignete Bürgerbeteiligung durchzuführen. Dabei können Gestaltungselemente, Fahrradständer, Anordnung der Behindertenparkplätze und ggfs. noch eine Verschiebung von einzelnen Parkplätzen diskutiert werden. Mit der Umbaumaßnahme soll ggfs. 2020 begonnen werden. 

Zweifelsfrei beobachten wir eine anspruchsvolle Planung. Aber während unsere politischen Vorväter für den Platz inklusive der Gebäude 5 Jahre vom ersten Beschluss bis zum Spatenstich investierten, war unser Zeitansatz von den Bürgerwerkstätten bis hin zum Spatenstich immerhin 9 Jahre, und das bei einer deutlich kleineren Planung, wenn ich den Aspekt auf die Platzgestaltung fokussiere.

Am 29. Januar diesen Jahres hatte der Bürgermeister dann zu der von der CDU vorgeschlagenen Bürgerversammlung eingeladen. Wir sind dankbar für die Anregungen der anwesenden 40 Bürger.

Die Diskussion war zielführend. Jeder konnte seine Argumente vortragen. Es hat sich herausgestellt, dass die damals beschlossene Variante 4 für die Belange des Lieferverkehrs nicht sinnvoll ist und die heute vorgestellte Variante sinnvoller ist.

Wir sind dankbar für die vorgetragenen Argumente, soll doch der neue Platz eine möglichst hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erhalten. Und allen Nutzern: den Parkplatzsuchenden, den Anwohnern und allen Hövelhofern dienlich sein und einen vernünftigen Kompromiss aller Belange darstellen. Und dazu gehört es ausreichend Parkraum vorzusehen.

Auch die Bäume bleiben erhalten, das ist eine gute Nachricht. Dass diese vom Planer als zu wenig geometrisch angeordnet bezeichnet wurden, ist aus der Sicht eines Planers vielleicht nachvollziehbar, aus unserer Sicht und der Sicht der Hövelhofer nicht. Daher war es gut, jetzt auf die Versetzung oder das Fällen von Bäumen zu verzichten und das werden wir durch unseren Beschluss heute auch bekräftigen. Wir erhalten auf Vorschlag aus der Bürgerschaft zwei weitere Bäume und steigern damit die Aufenthaltsqualität immens gegenüber der heutigen Situation. 

Das macht deutlich, wie wichtig Bürgerbeteiligung ist. Die CDU hatte exakt dieses gewünscht. Und wir haben damit ein noch besseres Ergebnis erhalten. 
Der Planung können wir entnehmen, wo der Brunnen angeordnet wird. Die bisherigen Gedanken zu einem Brunnen gefallen mir ausserordentlich gut. Allerdings sollten wir über die Materialien und die genaue Ausgestaltung des Brunnens noch einmal in einer der folgenden BUA-Sitzungen sprechen und uns verschiedene Vorschläge von Steinmetzen präsentieren lassen. Eine Beschlussfassung darüber ist heute auch nicht notwendig.

Die CDU-Fraktion wird der heute vorgestellten Planung zustimmen. Und wir freuen uns auf das Update für das„neue neue Ortszentrum Hövelhofs“.