CDU Hövelhof nimmt Stellung zum Regionalplan

Planwerk gibt Festsetzungen für die weitere Entwicklung Hövelhofs bis in das Jahr 2040

15.03.2021, 20:16 Uhr | Tobias Steinrücke
Kartenausschnitt Regionalplan Blattkarte 24
Kartenausschnitt Regionalplan Blattkarte 24

Mit dem Regionalplan werden die Ziele der Landesplanung durch die Bezirksregierung und dem Regionalrat planerisch festgesetzt. Noch bis zum 31. März 2021 sind Einwendungen gegen das Planwerk möglich. Die Sennegemeinde Hövelhof hat in der letzten Sitzung des Bau- und Umweltausschuss am 11. März ihre Stellungnahme veröffentlicht. Die CDU hat in der Sitzung auch ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht:

Entwicklung Allgemeine Siedlungsbereiche (ASB)
Grundlage für die weitere Ausweisung von Flächen für den Wohnungsbau ist die Bevölkerungsprognose. Entgegen früherer Schätzungen soll die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2040 rückläufig sein. Offenkundig wurde die Auflösung der Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Staumühle und der damit verbundene Wegzug der Einwohner zu Lasten Hövelhofs ausgelegt. Zwar werden im Plan ca. 36 Hektar an Wohnbaufläche ausgewiesen, davon sollen aufgrund der Festsetzungen jedoch lediglich 9 ha bebaut werden können. Aktuell haben sich bereits über 100 Interessenten für das neue Baugebiet am Portemeiers Kreuz bei der Gemeinde gemeldet, ohne dass die Vermarktung der Grundstücke überhaupt begonnen hat oder gar beworben wurde. Das allein zeigt schon, das Bauland in Hövelhof mehr als gefragt ist. Zwar soll es alle 5 Jahre ein Monitoring geben, aber die Ungewissheit wird bleiben. Die CDU spricht sich weiterhin dafür aus, Baugebiete für den eigenen Bedarf auszuweisen. Damit soll ein maßvolles Wachstum erreicht werden. Der Ausgleich der Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz soll dabei gewahrt bleiben.
 
Entwicklung Gewerbe- und Industriebereiche (GIB)
Der Regionalplan erkennt für die Gemeinde zwar einen Bedarf von 40 ha zu, allerdings darf nach dem vorliegenden Entwurf kein Hektar auf dem Gebiet der Gemeinde in Anspruch genommen werden. Das ist für die wirtschaftliche Entwicklung Hövelhofs sehr enttäuschend. Auch die Weiterentwicklung der Bestandsbetriebe kann so nicht sichergestellt werden. Hier wünschen wir uns zumindest einige Flächen für die weitere Entwicklung zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Entwicklung Hövelhofs.
 
Landwirtschaft:
Aktuell gibt es schmale Streifen entlang der Ems und des Furlbaches, die als Bereiche zum Schutz der Natur eingeplant sind. Diese Streifen sollen nun massiv auf die Landwirtschaftlichen Flächen entlang des Furlbaches und der Ems ausgedehnt werden. In den nächsten 2 Jahren wird auch der Landschaftsplan Senne überarbeitet. In diesem Zuge kann man davon ausgehen das die neu ausgedehnten Flächen zum Schutz der Natur als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Von der Bundesregierung wird aktuell das Insektenschutz Gesetz verabschiedet, welches beinhaltet das Pflanzenschutzmittel in Naturschutzgebieten nicht mehr gespritzt werden dürfen. Das bedeutet für die Landwirte, dass sich Ihre Flächen nur noch zum Gras-Anbau eignen werden. Entlang der Ems sind sogar Hofgebiete ins Plangebiet mit eingezogen worden, dann ist dort keine Weiterentwicklung mehr möglich. Das ist ein massiver Wertverlust der landwirtschaftlichen Betrieb.  Die Landwirte bei uns in Hövelhof engagieren sich bereits freiwillig seit Jahren, für den Natur und Insektenschutz. Sie legen Blühstreifen entlang ihrer Felder an und ergreifen Maßnahmen zum Schutz der Kiebitze dabei arbeiten sie stets eng mit der Biologischen Station und dem Kreis-Umweltamt zusammen.